{"id":316,"date":"2021-03-01T14:04:21","date_gmt":"2021-03-01T13:04:21","guid":{"rendered":"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/?page_id=316"},"modified":"2024-07-26T12:33:52","modified_gmt":"2024-07-26T10:33:52","slug":"begraebnisse-im-fruehen-koeln","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/service\/begraebnisse-im-fruehen-koeln\/","title":{"rendered":"Begr\u00e4bnisse im fr\u00fchen K\u00f6ln"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bestattung und Totenehrung in r\u00f6mischer Zeit<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"156\" height=\"240\" src=\"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/amor.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-317\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Amor <br>(c) Rheinisches Bildarchiv<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Lebenserwartung war in r\u00f6mischer Zeit relativ gering und die Kindersterblichkeit hoch. Die Familie wurde daher regelm\u00e4\u00dfig, nicht nur w\u00e4hrend der zahlreichen Kriege, mit dem Tod konfrontiert. Zudem erfolgte der Tod nicht in Abwesenheit der Familie im Operationssaal oder auf der Intensivstation eines Krankenhauses, sondern zu Hause im Kreise der Angeh\u00f6rigen oder auf den Schlachtfeld. Daraus ergab sich nicht nur die Philosophie des <em>carpe diem<\/em> (Horaz, &#8222;Nutze den Tag&#8220;), sondern auch die fr\u00fchzeitige Sorge um eine angemessene Bestattung.<\/p>\n\n\n<div class='yrm-content yrm-content-1 yrm-content-hide  ' id='yrm-jZOIU' data-id='1' data-show-status='false' data-after-action='' style=\"visibility: hidden;height: 0;\">\n\t\t\t<div id='yrm-inner-content-yrm-jZOIU' class='yrm-inner-content-wrapper yrm-cntent-1'><\/p>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Aufbahrung der Toten<\/h3>\n\n\n\n<p>Die rituellen Handlungen bei Eintritt des Todes waren bei allen Bestattungsarten gleich: Der letzte Hauch des Sterbenden wurde durch einen nahestehenden Verwandten aufgefangen, dann wurden dem Toten die Augen geschlossen und der eingetretene Tod festgestellt, indem man den Toten mehrmals bei seinem Namen rief (<em>conclamatio<\/em>). Danach wusch und parf\u00fcmierte man ihn und bekleidete ihn mit der Toga. In den Mund legte man ihm nach griechischer Tradition eine M\u00fcnze, die dazu diente, seine \u00dcberfahrt \u00fcber den Flu\u00df Styx durch den greisen F\u00e4hrmann Charon in das Unterweltreich des Hades zu bezahlen. Hades, ein Bruder des Jupiter\/Zeus wurde von den R\u00f6mern auch Pluto (&#8222;der Reiche&#8220;) genannt, weil er reich an Toten war. In der Unterwelt warteten auf den Schatten des Toten drei Richter. Nur wenigen Auserw\u00e4hlten war es aufgrund besonderer Verdienste verg\u00f6nnt, nach dem Gericht auf die Insel der Seligen oder in das Elysium zu kommen. Alle anderen mu\u00dften im Asphodeliengrund, einem \u00f6den Ort, auf ewig als Schatten hausen. Es kamen jedoch schon fr\u00fch Ideen von einem ewigen Leben auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Herrichtung des Verstorbenen stellte man ihn im Atrium des Hauses auf einem Paradebett zur Schau, die F\u00fc\u00dfe gegen die Eingangst\u00fcr gerichtet. Diese Aufbahrung dauerte drei bis sieben Tage. Um die Bahre standen die Leidtragenden und die Klageweiber (<em>praeficae<\/em>), welche zu Fl\u00f6ten- und Saitenspielbegleitung einen Gesang vortrugen, in dem der Tote beklagt und gepriesen wurde. Zypressen- oder Pechkiefernzweige (auch Tannen-, Pinienzweige, immergr\u00fcne B\u00e4ume als Symbol der Unsterblichkeit), die man au\u00dfen an die T\u00fcr h\u00e4ngte, machten die Vor\u00fcbergehenden darauf aufmerksam, da\u00df das Haus durch einen Todesfall unrein geworden war.<\/p>\n\n\n\n<p>Von fr\u00fcher Zeit an hat die Gesetzgebung in Rom nach griechischem Vorbild \u00fcbertriebenen Luxus bei Bestattungen verboten. Das Zw\u00f6lftafelgesetz (450 v.Chr.) beschr\u00e4nkte den Aufwand.bei der Leichenprozession und der Bestattungszeremonie. So wurden goldene Grabbeigaben und Gelage bei Totenfeiern verboten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Bestattung<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Bestattung fand zwischen dem zweiten und dem achten Tag nach dem Tode statt. Der in seinem Sarg (<em>capulum<\/em>) oder auf einer Leihbahre (<em>sandapila<\/em>) liegende Tote wurde am Begr\u00e4bnistag auf einer einfachen Bahre von den <em>vespillones<\/em> zur Begr\u00e4bnisst\u00e4tte au\u00dferhalb der Stadt getragen. Verwandte und Freunde begleiteten ihn. Wenn es sich um eine hochstehende Pers\u00f6nlichkeit handelte, zeigte ein langer aufwendiger Trauerzug mit Musikern &#8211; die <em>pompa funebris<\/em> &#8211; die Vornehmheit der Familie an. Bei Politikern in Rom hielt der Sohn des Verstorbenen oder ein anderer naher Verwandter von der <em>rostra<\/em>, der Rednertrib\u00fcne auf dem Forum, aus eine Leichenrede, eine <em>laudatio funebris<\/em>. Ber\u00fchmt ist die Leichenrede des Marc Anton auf dem Forum Romanum nach der Ermordung Caesars, die er zur politischen Agitation gegen die M\u00f6rder Caesars nutzte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Reichsten wurden bei Nacht im Schein der Fackeln und begleitet von Fl\u00f6tenspielern und Klageweibern zu Grabe getragen. Eine n\u00e4chtliche Bestattung erfolgte im klassischen Rom auch f\u00fcr Menschen, die ohne Erben gestorben waren, sowie f\u00fcr jung Verstorbene und f\u00fcr Sklaven, die aufgrund ihrer Rechtsstellung keine Erben haben konnten. Normalerweise fand die Bestattung aber bei Tageslicht statt.<br>Grunds\u00e4tzlich wurde die Leiche au\u00dferhalb der Stadtgrenzen auf einem Scheiterhaufen verbrannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Verbrennung in den Gr\u00e4bern selbst war in Rom fr\u00fch aufgegeben worden. Bevor der Tote auf den Holzsto\u00df gelegt wurde, schnitt man ihm einen Finger ab, den man gem\u00e4\u00df den priesterlichen Weisungen in der Erde vergrub, um den Ort der Verbrennung zu heiligen. Auf den Holzsto\u00df warf man die Kleider des Toten, wohlriechende Essenzen, Speisen, Opfergaben jeder Art und pers\u00f6nliche Besitzt\u00fcmer des Verstorbenen. bei Frauen war dies meist Schmuck, bei Kindern Spielzeug. War keine Familie da, unterblieben die rituellen Opfergaben f\u00fcr den Leichnam. Nachdem dem Toten die Augen wieder ge\u00f6ffnet worden waren, setzten die n\u00e4chsten Verwandten und Freunde mit abgewandten Gesicht den Holzsto\u00df mit gesenkten Fackeln in Brand. Solange das Feuer brannte, klagte das Trauergefolge. Schlie\u00dflich wurde die Asche mit Wein gel\u00f6scht. Die Familie sammelte die ausgegl\u00fchten Gebeine und die Asche in einer kostbaren Glasurne oder einer Keramikurne, die oft mit einem Gesicht verziert war. Es gab auch Steinurnen. In die Urne wurde neben der Asche auch die Totenm\u00fcnze und gelegentlich ein Salbfl\u00e4schchen gelegt. \u00c4rmere Leute begn\u00fcgten sich mit einem Leders\u00e4ckchen. Die Urne wurde dann in einem Erdgrab mit Grabstein oder in einem Grabmal in Form eines Altars beigesetzt. Bei der Beisetzung mu\u00dfte der Leichnam, egal, ob einge\u00e4schert oder nicht, mit Erde bedeckt werden, wobei drei Handvoll f\u00fcr eine symbolische Bestattung gen\u00fcgten. Dies sollte verhindern, da\u00df er die G\u00f6tter und ihre Alt\u00e4re befleckte, und um dem Geist des Toten den Eintritt in die Unterwelt zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die r\u00f6mische G\u00f6ttin der Toten und der Leichenbestattung, Libitinia, wachte dar\u00fcber, da\u00df die \u00fcberlieferten Begr\u00e4bnisgebr\u00e4uche eingehalten und die Pflichten gegen\u00fcber dem Toten erf\u00fcllt wurden. Ihr Heiligtum war der Gesch\u00e4ftssitz der Bestatter (<em>libitinarii<\/em>), die meist Sklaven oder Freigelassene waren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Columbaria &#8211; Begr\u00e4bnisst\u00e4tten der Armen<\/h3>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend in der Fr\u00fchzeit Roms f\u00fcr gro\u00dfe Teile der \u00e4rmeren Bev\u00f6lkerung Massengr\u00e4ber angelegt wurden, wie etwa die schacht\u00e4hnlichen Gr\u00e4ber auf dem Esquilin, entstanden nach der Verbreitung der Totenverbrennung Begr\u00e4bnisvereine, sogenannte <em>collegia funeratica<\/em>, deren Mitglieder sich durch kleine Monatsbeitr\u00e4ge ein eigenes Grab in einer gro\u00dfen Gemeinschaftsanlage sicherten.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine solche Anlage wurde <em>columbarium<\/em> (&#8222;Taubenschlag&#8220;) genannt und bestand aus einer gro\u00dfen unterirdischen Grabkammer, mit reihenweise \u00fcbereinander angeordneten, halbrunden Grabnischen in den W\u00e4nden, die <em>nidus<\/em> (&#8222;Nest&#8220;) hie\u00dfen, und jeweils Platz f\u00fcr eine Urne boten. Solche Begr\u00e4bnisst\u00e4tten wurden auch von reichen Patronen f\u00fcr ihre Freigelassenen und Klienten errichtet. Dazu kamen Privatunternehmer, die <em>columbaria<\/em> bauten, um den \u00e4rmeren Schichten einen billigen Begr\u00e4bnisplatz bei steigenden Grundst\u00fcckspreisen zu bieten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Katakomben entwickelten sich aus der Erweiterung von Familien- oder Gemeinschaftsgr\u00fcften und dienten der K\u00f6rperbestattung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bestattung im Sarkophag<\/h3>\n\n\n\n<p>Es gab auch die K\u00f6rperbestattung in einem Sarkophag, also einem steinernen Sarg. Eine solche aufwendigere Form der Bestattung konnten sich nur Wohlhabende leisten. Der Name Sarkophag f\u00fcr einen Steinsarg stammt aus dem Griechischen und bedeutet &#8222;Fleischfresser&#8220; (<em>sarko-phagos<\/em>). Man glaubte, S\u00e4rge aus einem bei Assos in Kleinasien vorkommenden Stein h\u00e4tten die Eigenschaft, das Fleisch der Leiche schnell zu verzehren. Man \u00fcbertrug dann den Namen auf Steins\u00e4rge allgemein und auch auf Holzs\u00e4rge. Die R\u00f6mer kannten zun\u00e4chst diese Bestattungsart nicht. Nur einzelne vornehme Familien wie die Cornelier verwendeten sie. Im 2. Jh. war dann die Bestattung in Sarkophagen weitverbreitet. Gro\u00dfe, reichverzierte Steinsarkophage wurden nicht in die Erde gebettet, sondern im Freien oder in Mausoleen oder Grabkammern aufgestellt. Ein gutes Beispiel ist die unterirdische Grabkammer in K\u00f6ln-Weiden, die f\u00fcr die Bewahrung von Urnen vorgesehen war, \u00fcber der aber oberirdisch ein wei\u00dfer Marmorsarkophag aufgestellt war. Ein weitere r\u00f6mische Grabkammer mit Sarkophagen aus wei\u00dfem Sandstein existiert in H\u00fcrth-Efferen. Die Deckel der Sarkophage waren meist mit Wachs versiegelt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Reinigung und Totenmahl<\/h3>\n\n\n\n<p>Wer an einer Bestattung teilnahm, galt als unrein und durfte nicht mit anderen Menschen verkehren, bevor er sich gereinigt hatte. Die Reinigung erfolgte durch die Besprengung des Gefolges mit Wasser und schlo\u00df das eigentliche Begr\u00e4bnis ab.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"154\" height=\"307\" src=\"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/kindgrab.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-318\" srcset=\"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/kindgrab.jpg 154w, https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/kindgrab-150x300.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 154px) 85vw, 154px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Kindergrabmal <br><em>\u00a9<\/em> Rheinisches Bildarchiv<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Mit der Beisetzung waren die <em>feriae deniales<\/em> verbunden, das Toten- und Reinigungsfest der Familie nach dem Begr\u00e4bnis des Angeh\u00f6rigen. Dabei erfolgte eine Weihung des Grabes durch das Opfern einer Schweins (<em>porca<\/em>) und eine Reinigung der Familie durch das Opfern eines Hammels oder Widders an die Laren, die Hausg\u00f6tter. Am Tag der Opfer wurde auch das Leichenmahl, <em>silicernium<\/em>, gefeiert. Der Bestattung folgte eine neunt\u00e4gige Trauerzeit, <em>novemdial<\/em>, an deren Ende am Grabe ein Opfer, das <em>sacrificium novemdiale<\/em>, dargebracht und die <em>cena novemdialis<\/em>, die mit einem Essen verbundene Totenfeier am neunten Tage, abgehalten wurde. Letztere brauchte jedoch nicht am Grab selbst zu erfolgen. Die Trauerzeit war vom Alter des Verstorbenen abh\u00e4ngig. Kinder unter drei Jahren durften gar nicht, \u00e4ltere Kinder bis zu zehn Jahren nur so viele Monate betrauert werden, wie sie Jahre gelebt hatten. Zehn Monate war daher die l\u00e4ngste Trauerzeit, die auch f\u00fcr Erwachsene galt, und genau solange mu\u00dften die Frauen der Verstorbenen im Witwenstand bleiben. Eine meist w\u00e4chserne Gesichtsmaske des Toten wurde neben den Bildern der Ahnen auf dem Hausaltar aufgestellt bzw. in einem h\u00f6lzernen Schrein aufbewahrt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Von der Brand- zur Erdbestattung<\/h3>\n\n\n\n<p>In der Gegend von Rom war in fr\u00fchester Zeit die Erdbestattung \u00fcblich. Wann sich dort die Ein\u00e4scherung der Toten verbreitete, ist unbekannt. Das Zw\u00f6lftafelgesetz (ca. 450 v.Chr.) nennt die Sitte der K\u00f6rperbestattung und Brandbestattung nebeneinander. In der Bl\u00fctezeit der Republik \u00fcberwog die Feuerbestattung, doch hielten viele alte Patriziergeschlechter, wie etwa die Cornelier, am Begraben fest. In der Sp\u00e4tzeit der Republik und im 1.Jh. n.Chr. wurden die Toten allgemein verbrannt. Im 2. Jh.n.Chr. gingen seit Trajan (98-117) die senatorischen Familien von der Brand- zur Leichenbestattung in Sarkophagen \u00fcber. Unter wachsendem christlichen Einflu\u00df &#8211; Auferstehung des Leibes am Tag des J\u00fcngsten Gerichts &#8211; verbreitete sich immer mehr die K\u00f6rperbestattung. Die Kaiser lie\u00dfen sich aber noch bis ins 3. Jh. verbrennen. Seit dem 3. Jh. \u00fcbernahmen die r\u00f6mischen Christen die Bestattung in Sarkophagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu Beginn des 5. Jh. war der Brauch der Feuerbestattung im R\u00f6mischen Reich erloschen. 768 wurde das Verbrennen des Leichnams von der Kirche als heidnischer Brauch verboten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Ort der Bestattung<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Friedh\u00f6fe mu\u00dften au\u00dferhalb der Stadt liegen, wie es bereits das Zw\u00f6lftafelgesetz vorschrieb:<br><em>hominem mortuum in urbe ne sepelito neve urito<\/em> (&#8222;Einen toten Menschen sollst du weder in der Stadt bestatten noch verbrennen&#8220;). Das Verbot des Verbrennens in der Stadt h\u00e4ngt mit der Brandgefahr zusammen, das Verbot der Bestattung in der Stadt mit dem Leichengestank, der Unreinheit von Leichen und den Geistern der Toten. So kam es zu der r\u00f6mischen Sitte die Grabm\u00e4ler entlang der R\u00e4nder der Ausfallstra\u00dfen der St\u00e4dte anzulegen. Nur die Kaiser und bedeutende politische Pers\u00f6nlichkeiten durften um ihrer Verdienste willen innerhalb der Stadt Rom in einem Mausoleum bestattet werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gr\u00e4berfelder im r\u00f6mischen K\u00f6ln<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"253\" height=\"297\" src=\"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/longinus.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-319\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Grabmal des Longinus<br><em>\u00a9<\/em> Rheinisches Bildarchiv <\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Auch im r\u00f6mischen K\u00f6ln lagen die Gr\u00e4berfelder au\u00dferhalb der Stadtmauer. S\u00fcdlich der Hohen Pforte, dem S\u00fcdtor der r\u00f6mischen Stadtmauer, das sich etwa an der heutigen Einm\u00fcndung der Stra\u00dfe Hohe Pforte in die M\u00fchlenbachstra\u00dfe befand, erstreckte sich zu beiden Seiten der Landstra\u00dfe nach Bonn ein kilometerlanges Gr\u00e4berfeld. Ein Schwerpunkt des Gr\u00e4berfelds war bei St. Severin. Die ersten Brandgr\u00e4ber sind auf die 2. H\u00e4lfte des 1. Jh. zu datieren. K\u00f6rperbestattungen hat man erst etwa hundert Jahre sp\u00e4ter vorgenommen. Das \u00e4lteste Grab dieser Art wurde um 160 n.Chr. angelegt. Diese Ergebnisse gelten f\u00fcr das gesamte Gr\u00e4berfeld. Im 4. Jh. wurde dort, wo heute die Kirche St. Severin steht, mitten auf den Gr\u00e4bern eine wahrscheinlich fr\u00fchchristliche Grabkapelle errichtet, die zahlreiche sp\u00e4tr\u00f6mische Gr\u00e4ber im Inneren aufweist. Der Grabturm des Poblicius, der am Chlodwigsplatz ausgegraben wurde, geh\u00f6rte auch noch zum Gr\u00e4berfeld an der Stra\u00dfe nach Bonn.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Friedhof befand sich an der Stra\u00dfe nach Norden und im Nordwesten der Stadt, dort wo heute die Kirche St. Gereon steht. Ihr \u00e4ltester Vorg\u00e4ngerbau wurde in Sp\u00e4tantike etwa um 356 n.Chr. errichtet und war wahrscheinlich eine Kirche f\u00fcr die christlichen M\u00e4rtyrer der theb\u00e4ischen Legion.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gestaltung der Friedh\u00f6fe und Gr\u00e4ber<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"171\" height=\"322\" src=\"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/poblicio.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-320\" srcset=\"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/poblicio.jpg 171w, https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/poblicio-159x300.jpg 159w\" sizes=\"auto, (max-width: 171px) 85vw, 171px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Poblicius-Grabmal <br><em>\u00a9<\/em> Rheinisches Bildarchiv<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Eine Besonderheit sind Grabt\u00fcrme, die in Nordafrika, Spanien, Gallien und Germanien vorkommen. Am bekanntesten sind die Igeler S\u00e4ule bei Trier, das Poblicius-Grabmal in K\u00f6ln und das Juliergrab in St.R\u00e9my.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Igeler S\u00e4ule ist das Grabmal der Secundinier, einer reichen Tuchh\u00e4ndlerfamilie. Der 23 m hohe Pfeiler aus Sandsteinbl\u00f6cken aus der Mitte des 3. Jh. ist mit zahlreichen Reliefs geschm\u00fcckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Poblicius-Grabmal ist der 14,60 m hohe Grabturm des Legionsveteranen Lucius Poblicius, der in Xanten gedient und sich im Alter in der Veteranenkolonie K\u00f6ln niedergelassen hatte<\/p>\n\n\n\n<p>Vom Ende des 1. Jh. n.Chr. bis in das 2. Jh. hinein hat man in den germanischen Provinzen, besonders im K\u00f6lner Raum viele Grabsteine auf Soldatengr\u00e4bern mit der Darstellung des Totenmahls versehen. Der Tote liegt auf einen Ruhebett (sog. <em>kline\/cline<\/em>), hat den linken Arm aufgest\u00fctzt und dreht den erhobenen Oberk\u00f6rper nach vorn, w\u00e4hrend er in der rechten Hand ein Trinkgef\u00e4\u00df h\u00e4lt. Vor ihm sind auf einem Tischchen zahlreiche Speisen und Getr\u00e4nke aufgebaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Text: \u00a9 <em>Oliver Mei\u00dfner 1997<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em>Die Fotos zeigen Exponate aus dem R\u00f6misch-Germanischen Museum K\u00f6ln.<br>\u00a9 Rheinisches Bildarchiv (im Besitz des R\u00f6misch-Germanischen Museums). Die Abbildungen wurden uns freundlicherweise vom R\u00f6misch-Germanischen Museum f\u00fcr die Online-Nutzung zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n<p><\/div>\n\t\t<\/div><div class='yrm-btn-wrapper yrm-btn-wrapper-1 yrm-more-button-wrapper  '\n\t\tdata-custom-more-class-name='' data-custom-less-class-name=''><span title='' data-less-title='' data-more-title='' class='yrm-toggle-expand  yrm-toggle-expand-1 ' data-rel='yrm-jZOIU' data-more='Mehr' data-less='Weniger'><span class='yrm-text-wrapper yrm-text-wrapper-custom-dimensions'><span class=\"yrm-button-text-1 yrm-button-text-span\">Mehr<\/span><\/span><\/span><\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"tid34\">Melaten \u2013 Stadt der Toten<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Unterwegs auf K\u00f6lns \u00e4ltestem Zentralfriedhof<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium\"><a href=\"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/DSCF1728_1-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"225\" src=\"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/DSCF1728_1-300x225.jpg\" alt=\"Eingang zur &quot;Millionenallee&quot; des Melatenfriedhofs auf der Aachener Stra\u00dfe\" class=\"wp-image-405\" srcset=\"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/DSCF1728_1-300x225.jpg 300w, https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/DSCF1728_1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/DSCF1728_1-768x576.jpg 768w, https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/DSCF1728_1-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/DSCF1728_1-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/DSCF1728_1-1200x900.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Eingang zur &#8222;Millionenallee&#8220; des Melatenfriedhofs auf der Aachener Stra\u00dfe<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap has-light-gray-background-color has-background\">Alles andere als t\u00f6dlich langweilig ist die Geschichte von Melaten, seinen Gr\u00e4bern und den Menschen, die hier ihre letzte Ruhe fanden. 1810 als gro\u00dfz\u00fcgige Parkanlage entstanden, ist der Friedhof heute Spiegel von Stadt- und Kunstgeschichte gleicherma\u00dfen. \nbr&gt;Hier, auf dem Grund des ehemaligen Leprosenasyls und der einstigen Richtst\u00e4tte, schlummern handfeste Fakten gleich neben leichtf\u00fc\u00dfigen Anekdoten \u00fcber Prominenz und normalsterbliche K\u00f6lner. <br>Lassen Sie sich in die erstaunlich lebendige Welt der Toten entf\u00fchren!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-light-gray-background-color has-background\">Max. 25 Teilnehmer<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-light-gray-background-color has-background\">Dauer: ca. 1,5 Std<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-light-gray-background-color has-background\">Treffpunkt: Haupteingang Melatenfriedhof Aachener Stra\u00dfe gegen\u00fcber Haus Nr. 249<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-light-gray-background-color has-background\">Gruppenpreis: \u20ac 205,- zzgl. \u20ac 45,- Service- und Verwaltungsgeb\u00fchr (Amt f\u00fcr Landschaftspflege und Gr\u00fcnfl\u00e4chen der Stadt K\u00f6ln)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-yellow-background-color has-background\"><a href=\"https:\/\/buchung.insidecologne.de\/de\/buchung?tid=34\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Diese Veranstaltung (Melaten \u2013 Stadt der Toten) anfragen oder buchen<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/service\/agrippina\/\" data-type=\"page\" data-id=\"273\">Agrippina<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/service\/eine-kurze-geschichte-der-stadt-koeln\/\" data-type=\"page\" data-id=\"131\">Eine kurze Geschichte der Stadt K\u00f6ln<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/service\/chronik-der-stadt-koeln\/\" data-type=\"page\" data-id=\"115\">Chronik der Stadt K\u00f6ln<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bestattung und Totenehrung in r\u00f6mischer Zeit Die Lebenserwartung war in r\u00f6mischer Zeit relativ gering und die Kindersterblichkeit hoch. Die Familie wurde daher regelm\u00e4\u00dfig, nicht nur w\u00e4hrend der zahlreichen Kriege, mit dem Tod konfrontiert. Zudem erfolgte der Tod nicht in Abwesenheit der Familie im Operationssaal oder auf der Intensivstation eines Krankenhauses, sondern zu Hause im Kreise &hellip; <a href=\"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/service\/begraebnisse-im-fruehen-koeln\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eBegr\u00e4bnisse im fr\u00fchen K\u00f6ln\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":23,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-316","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/316","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=316"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/316\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4754,"href":"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/316\/revisions\/4754"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/23"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/cologneweb.com\/AbisZ\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=316"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}