"Neue AV für ehrenamtlich Tätige"

Für die ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer in den Justizvollzugsanstalten des Landes Nordrhein-Westfalen wurde die zugehörige Allgemeine Verfügung neu gefasst

Sie ist unter: AV mit Anlagen einzusehen.


"Menschen statt Mauern"
Für ein Europa ohne Jugendgefängnisse

Der Landschaftsverband Rheinland und der Kölner Appell gegen Rassismus e.V. laden Sie herzlich ein zur Eröffnung der gleichnamigen Ausstellung am 15. September 2008
In den verschiedenen europäischen Ländern wird heute noch ganz unterschiedlich auf die Delinquenz von Jugendlichen reagiert. Mit der Ausstellung „Europa verhaftet - für ein Europa ohne Jugendgefängnisse“ wird die Möglichkeit einer sachlichen Auseinandersetzung mit dieser Entwicklung angeboten.

Die Ausstellung ist ein Projekt des Kölner Appell gegen Rassismus e.V.
Nähere Angaben unter:
Menschen statt Mauern


"Ein Tag im Leben des 179212"
Alltag im Gefängnis

Seit 1986 sitzt der Deutsche Jens Söring im Gefängnis, mehr als die Hälfte seines Lebens. Möglicherweise unschuldig.
2001 fängt er an zu schreiben. Es sei, sagt Söring, "eine Alternative zum Selbstmord". Sein Buch "Ein Tag im Leben des 179212" erscheint am 15. September im Gütersloher Verlagshaus.

Einen Auszug daraus veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung unter
Alltag im Gefängnis


Justizvollzug NRW:
"2. Tätigkeitsbericht 2007/2008 des Ombudsmannes"

Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter hat am 08. April 2009 in Wuppertal den zweiten Tätigkeitsbericht des Ombudsmanns für den Justizvollzug Nordrhein-Westfalen, Rolf Söhnchen, entgegengenommen.
Der über 70 Seiten umfassende zweite Jahresbericht beruht maßgeblich auf den rund 800 Eingaben von Gefangenen und Bediensteten. Diese Gesamtzahl ist gegenüber dem Vorjahr in etwa konstant geblieben.

Der Bericht ist unter Taetigkeitsbericht Ombudsmann 2008/09 einzusehen.


Justizvollzug NRW:
"1. Tätigkeitsbericht 2007/2008 des Ombudsmannes"

Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter hat am 10. April 2008 in der Justizakademie in Recklinghausen den ersten Tätigkeitsbericht des Ombudsmanns für den Justizvollzug Nordrhein-Westfalen, Rolf Söhnchen, entgegengenommen.
Auf rund 60 Seiten zieht der Ombudsmann eine Bilanz seines ersten Amtsjahrs.
Nordrhein-Westfalen hat mit der Einrichtung dieser Kontaktstelle vor allem für Gefangene, Bedienstete und Angehörige im März 2007 bundesweit Neuland betreten.

Der Bericht ist unter Taetigkeitsbericht Ombudsmann 2007/08 einzusehen.


Ausstellung im Kölner Kalk-Karree:
"Europa verhaftet - Für ein Europa ohne Jugendgefängnisse"

Diese Ausstellung, welche sich mit der Problematik des Jugendstrafvollzugs in Europa befaßt, ist bis zum 04. Juni zu sehen und wird anschliessend zum ev. Kirchentag in den Messehallen aufgebaut.

Nähere Informationen zur Ausstellung sind der HomePage www.jugendliche-in-haft.de, einem Projekt des Kölner Appell gegen Rassismus zu entnehmen.


Fachverbände fordern Mindeststandards

Mindeststandards für den Jugendstrafvollzug fordern in einer gemeinsamen Erklärung die Fachverbände DVJJ, DBH, ADB und BAG Sozialdienst.

Ihre Erklärung ist hier nachzulesen.
Weitere Informationen sind unter der Kategorie Service & Aktuelles der Homepage des DBH zu entnehmen. Stichwort "Jugendstrafvollzugsgesetze - Entwürfe der Bundesländer"

Der Entwurf des Landes Nordrhein-Westfalen ist hier, die Gesamt- und Einzelbegründung der verschiedenen Gesetzesabschnitte ist hier nachzulesen.


LITERATURTIPP

Grigori Pasko
"Die Rote Zone - Ein Gefängnistagebuch"

Übersetzt von: Hannelore Umbreit
Mitarbeiter: Umbreit, Hannelore

(ISBN: 3-89244-995-3)
Wallstein Verlag GmbH
Seitenzahl: 368 Seiten, 6 Abbildungen, gebunden EUR 24,90

Als Militärjournalist filmte Grigori Pasko die Verklappung atomarer Abfälle ins Japanische Meer durch die russische Pazifikflotte. Er machte das Material japanischen Medien zugänglich und wurde 1997 wegen Spionage und Landesverrat verhaftet. 21 Monate Untersuchungshaft, eine kurze Zeit der Freiheit, die erneute Verhaftung und Aburteilung zu vier Jahren Haft in einem Straflager mit verschärften Bedingungen sind Stationen einer Odyssee durch russische Gefängnisse, die Pasko in drei Tagebuchzyklen dokumentiert hat. Diese Aufzeichnungen spiegeln die Verwirrung und das Entsetzen eines Menschen wider, der sich - ohne sich einer Schuld bewußt zu sein - im russischen Strafvollzug wiederfindet, in dem menschenverachtende Verhältnisse herrschen. Um in der monatelangen Einzelhaft nicht dem Wahnsinn zu verfallen, arbeitet der Häftling Pasko seine Erinnerungen auf und setzt sich dabei kritisch mit der russischen Gesellschaft und ihren Machtstrukturen auseinander.


LITERATURTIPP
von Michael Stiels-Glenn, Psychotherapeut und Supervisor

Gabriele Klocke
"Über die Gleichheit vor dem Wort. Sprachkultur im geschlossenen Strafvollzug"

(ISBN: 3-89942-201-5)
Transcript-Verlag Bielefeld 2004
350 Seiten, kart., 26,80 Euro

"Auf der Mauer - auf der Lauer" - Teilnehmende Beobachtung der kulturellen und ökologischen Vielfalt in Gefängnissen Was genau sich hinter Gefängnismauern tut, wissen allein diejenigen, die dort leben und arbeiten. Gabriele Klocke erstellt mit ihrer interdisziplinär angelegten Feldstudie ein Panoptikum der Sprachkultur im Strafvollzug, das dem Leser diese abgeschlossene Welt auf anschauliche Weise nahe bringt: Lüge, Gefängnisjargon, Gerücht, Mehrsprachigkeit und Beleidigung sind nur einige der Themen, die die Kriminologin mittels teilnehmen der Beobachtung und Interviews unter Insassen und Beamten recherchiert hat.

Als ehrenamtliche Organistin im Gefängnisgottesdienst fielen der Autorin die institutionsspezifische Sprechweise von Beamten und Inhaftierten auf, die sie als Linguistin neugierig werden ließ. Diese "Zwangsversammelten" kommunizieren durch den Druck der geschlossenen Unterbringung so, dass die "dunklen Seiten" wie Lügen, Beleidigungen und sprachliche Ausgrenzungen nicht Fehler oder persönlicher Makel sind, sondern einen fundamentalen und somit normalen Teil aller Kommunikation ausmachen. Während ihrer Forschungsaufenthalte in mehreren deutschen Gefängnissen hat Klocke viele hundert Seiten Forschungstagebücher zum Thema Sprachkultur im Gefängnis gefüllt. Sie war bemüht, sich in ihren wissenschaftlichen Notizen auf diesen Themenbereich zu beschränken und die Vielzahl anderer Eindrücke, die sich im Gefängnis aufdrängten, unter der Rubrik nette bzw. erschreckende Erfahrung in ihrer Erinnerung abzuspeichern. Dies gelang ihr (glücklicherweise) nicht immer: So finden sich etwa in ihren Forschungstagebüchern kurze Hinweise auf Situationen, in denen sie von ihrem Forschungsfeld und seinen Menschen tief beeindruckt war: So geschah es eines Sonntagnachmittags, dass ein Aufsichtsbeamter aus seiner Diensttasche eine Klarinette hervorholte und sich in den leeren Flur des Hafthauses stellte, um ihr eine Sonate von Mozart vorzuspielen. Sogar die vereinzelten Radiolaute aus den einzelnen Hafträumen verstummten angesichts der Musik, die so unverhofft an den sterilen Wänden und kühlen Gittertüren entlang strich. Eine praxisnahe Darstellung der Forschungsdaten sowie rederechtstheoretische Überlegungen machen den Band sowohl für Gefängnispraktiker als auch für Wissenschaftler interessant.

Dr. phil. Gabriele Klocke ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Strafrecht und Kriminologie der Universität Regensburg. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Allgemeine Kriminologie, Strafvollzugsforschung und Erwachsenenbildung im Kriminaljustizsystem.


LITERATURTIPP

Markus T. Mall
"Mord in Schwaben. Wahre Fälle und ihre Hintergründe vom Mittelalter bis in die Gegenwart"

(ISBN - Nr. 3-87407-701-2)
Silberburg Verlag, 2006
176 Seiten / 12,90 Euro

Markus T. Mall beschreibt aufsehenerregende Verbrechen: vom Mord Herzog Ulrichs von Württemberg an Hans von Hutten im Jahr 1515 über die Eifersuchtstragödie um die Stuttgarter Opernsängerin Anna Sutter bis zu den Kindstötungen an der Schwelle zum 21. Jahrhundert, die landauf, landab Schlagzeilen gemacht haben. Doch es geht nicht um Sensationslust, sondern um die historischen und psychologischen Hintergründe, die im Mittelpunkt der erinnernden Berichterstattung stehen.
"Der Verfasser bevorzugt einen flüs-sigen, lektürefreundlichen Stil. Das Buch lässt sich - trotz der Unterschiedlichkeit seiner Gegenstände - gleichsam in einem Atemzug lesen. Es dient dank seiner fakten- und quellenorientierten Darstellung sowie seiner historisch-psychologischen Einbettung der Kriminalfälle im guten Sinne der Aufklärung des Publikums. Knapper lassen sich (zeit-) geschichtlich bedeutsame Morde und deren gesellschaftliche Zusammenhänge schwerlich darstellen", so der Strafrechtswissenschaftler Prof. Dr. Dr. Heinz Müller-Dietz.


LITERATURTIPP

Hans-Peter Feldmann und Klaus Heilmann
"Frauen im Gefängnis"

Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln / ca. 40 Euro

Eines der letzten Tabus unserer heutigen Gesellschaft betrifft die Gefängnisse und ihre Insassen. Das Buch zeigt Bilder, die in den Jahren 2004 und 2005 in der JVA Köln-Ossendorf entstanden sind. Ausserdem Texte, die im gleichen Zeitraum von inhaftierten Mädchen und Frauen für dieses Buch geschrieben wurden und Texte aus Interviews, die mit den Mitarbeitern der JVA geführt wurden. Inhaftierte in Gefängnissen decken ein weites Spektrum menschlichen Daseins ab, das bis in Grenzsituationen hineinreicht.


IN EIGENER SACHE

Straffällige brauchen ehrenamtliche Unterstützung und Hilfestellung -
die Förderung der ehrenamtlichen Straffälligenhilfe kostet auch Geld

Das Projekt LOTSE wird allein finanziert durch Zuwendungen des NRW-Justizministeriums und Eigenmittel des Trägers DBH - Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik. In 2006 kann die Projektarbeit nur mit einer erneuten, ganz erheblichen Kürzung der Landesmittel fortgeführt werden. Um die landesweit angelegte Projektarbeit von LOTSE zur Förderung insbesondere der ehrenamtlichen Betreuungsarbeit im Strafvollzug aufrecht zu erhalten und nach Möglichkeit noch ausbauen zu können (zum Beispiel durch zusätzliche Seminare, Supervisions- und Informationsangebote), würden wir uns über ergänzende Spendengelder freuen.

Konto Nr. 8004200 des DBH e.V. Köln
bei der Bank für Sozialwirtschaft / BLZ 370 205 00
Kennwort: Projekt LOTSE

Der DBH-Fachverband ist als justiznaher gemeinnütziger Verein anerkannt und berechtigt, Spendenbestätigungen für steuerliche Zwecke auszustellen.